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Koblenz. Wenn es draußen nass und kalt ist, sehnt man sich da hin, wo es warm ist, wo man am Strand liegen und sich verwöhnen lassen kann. Viele erfüllen sich in der kalten Jahreszeit mit einem Urlaub diesen Wunsch. Carlo Wagner aus Koblenz hingegen war in Indien, um den Ärmsten der Armen zu helfen. Der Augenoptikermeister (Wagner-Brillen, Beratung) reiste als einziger Deutscher mit 24 Kollegen - allesamt Spezialisten auf ihrem Gebiet, etwa Optometristen (Teildisziplin der Augenoptik, die Fehlsichtigkeiten korrigiert), Augenoptikern, Augenärzten - im November für 14 Tage in die indische Stadt Amritsar und half täglich mehr als 2.000 Menschen besser sehen zu können. "Give the Gift of Sight" - den Menschen die Gabe des Sehens zurückgeben. Dahinter steckt eine globale Initiative der Luxottica Foundation, hinter der der weltgrößte Brillenhersteller steht. Täglich zwölf Stunden war der Gründungspräsident des Lions Club Sophie von La Roche mit seinen Kollegen sowie bis zu 150 lokalen Helfern damit beschäftigt, den nicht enden wollenden Strom von Hilfesuchenden zu bewältigen. Während der langen Wartezeiten wurden die Menschen auch verköstigt. Die Patienten wurden in Gruppen eingeteilt, Sehtest, Blutdruck- und Diabetismessungen vorgenommen, Brillen angepasst. Dies bedeutete für alle Beteiligten, logistische Meisterleistungen zu vollbringen. An sechs Terminals saßen die Helfer, erzählt Wagner, und suchten die katalogisierten Brillen. Dabei wurde eingegeben was für den jeweiligen Patienten gebraucht wurde, worauf aus der Datenbank Vorschläge gegeben wurden. Nach den Untersuchungen stand fest, wer welche Brillenstärke benötigt, um wieder besser sehen zu können - mit unglaublichen minus 18 Dioptrien erreichte eine Inderin den stärksten Wert. Aus 45.000 gebrauchten, geprüften und kodierten Brillen wurde schließlich dem jeweiligen Patienten eine passende Brille zugeteilt. Zusätzlich wurden einfache Lesehilfen, Lichtschutzbrillen und Individualbrillen (etwa für Menschen, die an beiden Augen unterschiedlich starke Sehhilfen benötigen) verteilt. Menschen mit dem Grauen Star half keine Brille. Aber, so Wagner, der Graue Star äußerte sich bei den indischen Patienten nicht so wie in der Regel hier. Bei den Betrotfenen in Indien war es "richtig dicht". Sie mussten operiert werden. Das war dann je doch nicht so einfach. Auch hierzu mussten die Freiwilligen, die das Geschenk des Sehens nach Indien mitbrachten initiativ werden (Wagner spricht beim indischen Gesundheitswesen von "Mangelverwaltung"). Auf Druck der Lions und der örtlichen Presse wurden dann doch Patienten operiert - aus Kostengründen aber statt zwei Augen pro Patienten weils ein Auge bei zwei Patienten. Unterm Strich konnten Carlo Wagner, der schon an etlichen Hilfsaktionen teilnahm und selbst initiierte (siehe dazu das Presseecho auf der Internetseite www.wagner-brillen-beratung.de), und seine internationalen Kollegen rund 20.000 Menschen wieder zum besseren Sehen verhelfen - in gerade einmal 14 Tagen. Nach dem Hilfseinsatz in Indien begann hier in Deutschland die Vorweihnachtszeit. Und die Eingewöhnung war nicht ganz einfach. Carlo Wagner erzählt immernoch beeindruckt von der unglaubliche Dankbarkeit, die den Helfernn in Indien zuteil wurde. Obschon man sich nicht direkt mit den Patienten unterhalten konnte (das Hindi der Einheimischen wurde von Übersetzern ins Englische übersetzt) war die Kommunikation offensichtlich nachhaltig. Wagner spricht von einem "Verstehen ohne Worte". Es "tut einem schon gut", sich an einem solchen Hilfseinsatz zu beteiligen, weiß Carlo Wagner. Und: "lch werde es irgendwann nochmal machen" "OneSight" (www.onesight.org) vereinigt drei regionale Hilfsprogramme, darunter auch "Give the Gift of Sight", in einer globalen Organisation. Die zweiwöchigen Kliniken, in der auch Carlo Wagner arbeitete, waren bislang 155 mal in 31 Ländern aktiv, um Menschen zu besserem Sehen zu verhelfen. Zusätzlich laufen weitere regionale Programme. Dazu werden weltweit Brillen gesammelt, die die ursprünglichen Träger nicht mehr nutzen. OneSight hat weltweit fünf Recycling-Center, in denen die überall gesammelten Brillen angeliefert werden. Wm jedes Jahr 20 Kliniken zu unterstützen müssen Jahr für Jahr 1,2 Millionen gebrauchte Brillen gesammelt und aufbereitet werden. Wolfgang Pape |
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