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KOBLENZ/AMRITS 45 OOO gebrauchte Brillen haben Carlo Wagner, Gründungspräsident des Koblenzer Lions Clubs Sophie von La Roche, und seine 24 Kollegen bei ihrem zweiwöchigen Arbeitseinsatz in Amritsar nahe der pakistanischen Grenze angepasst, dazu einige tausend Lichtschutzbrillen. Und Menschen, die eine Hornhautverkrümmung haben, konnten sie außerdem mit individuellen Brillen helfen. Die kreisrunden Gläser werden je nach Krümmung gedreht. "Mit 1000 Gefühlen" ist der 57-Jährige aus Indien zurückgekommen. Er hat am Programm "Give the Gift of Sight", "Sehen schenken",teilgenommen, das von den Internationalen Lions Clubs unterstützt wird. Hat 14 Tage in einem einfachen Hotel geschlafen, in dem er sich das Zimmer mit einem (bis dahin) Wildfremden teilte. Hat gelernt, wie man einen Turban bindet, kalt geduscht, wenn kein heißes Wasser da war, Reis, Linsen und Bohnen gegessen, zwölf Stunden am Tag gearbeitet, Tausenden von Menschen geholfen. "Da kommt man zurück und hat erst mal ehrlich gesagt wenig Verständnis dafür, wenn jemand rummeckert, weil bei uns nicht alles so perfekt ist", sagt Wagner. Denn bei seinem freiwilligen (und selbst finanzierten) Arbeitseinsatz hat er gesehen, wie schwierig das Leben sein kann, "wenn man keine solche Rundum-Versorgung hat, wie wir es kennen": 18 Dioptrien hatte beispielsweise eine Frau, die zuvor nie eine Brille hatte. Und wenn in Indien am Grauen Star operiert wird, dann nicht an beiden Augen. Da es ein "Luxus" ist, muss man sich mit einem Auge begnügen. "Sie glauben gar nicht, wie dankbar die Leute waren", sagt Carlo Wagner. Schon allein, dass sich überhaupt jemand um sie kümmert, warfür viele unfassbar. "Es gibt zwar keine Kaste der Unberührbaren mehr, aber trotzdem sind die Ärmsten in Indien für manche wie der 'letzte Dreck'" , hat der Koblenzer Optiker erfahren. Umso glücklicher waren sie natürlich, dass man ihnen überhaupt helfen wollte, ihnen zu essen gab, wenn sie warten mussten, respektvoll mit ihnen umging und ihnen die dringend benötigten Brillen schenkte. 130 freiwillige Helfer, Schüler und Medizinstudenten halfen in der Registratur und bei den Sehtests, sodass der Arbeitsaufwand überhaupt zu bewältigen war. "Aber die Schlangen rissen nie ab", erinnert sich der 57-Jährige an die anstrengende Zeit. "2700 Menschen waren es am härtesten Tag". |
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